Die Panzersperre Teil 2

Das Verleimen der Seitenteile mit den Beinen ging leichter als befürchtet. Ich habe aber auch jeden der jeweils 13 Flachdübel auf genaue Passung gebracht.

Danach habe ich die Tischplatte abgerichtet und die Kanten gebrochen. Geschliffen wurde mit 180er und 320er Korn. Glatt wie ein KinderPopo.


Der erste Auftrag Öl war verdünntes Tungöl.

Der letzten Schicht habe ich dann Bienenwachs und Carnaubawachs bei gemischt. Dann kann auch mal ein Glas Rotwein umkippen. (Besser ist, man trinkt es aus!)


Und zum Schluss noch ein paar Details.

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Die Panzersperre

Es geht weiter am nächsten Eichentisch. Als ein Bekannter einen Blick auf die Füsse des Tisches während des Verleimens warf, fuhr es aus ihm heraus: „Was wird denn das schon wieder für eine Panzersperre?!“. Offensichtlich hab ich mich auf den Bau von Monstermöbeln spezialisiert…

Das Holz hatte sich beim Ablagern stark geworfen (offensichtlich auch nicht sorgsam gestapelt) und so musste ich die Lamellen für das Tischblatt von 80 auf 65 runter hobeln. Das war schweisstreibend, denn der Sommer kam mit Macht zurück.

Je zwei Lamellen habe ich mit 14er Flachdübeln verbunden. Zum Verleimen der so entstandenen drei breiteren Lamellen brauchte ich schon Hilfe, ging im weiteren Verlauf problemlos. Man muss dabei darauf achten, das die Flachdübel im leimlosen Zustand nicht zu fest sitzen – man hat nur einen Versuch. Sonst hilft nur noch die Säge und der Jähzorn lässt die Hammer durch die Gegend fliegen. Bei den ersten Lamellen musste ich eine Vielzahl von Zwingen ansetzen und mit dem grossen Hammer nachhelfen. Danach habe ich jeden einzelnen Flachdübel in einem Pobestück mit Langloch gecheckt.


Die Hirnholz“leiste“ habe ich ebenfalls mit 14er Flachdübeln an die Füsse geleimt, genau in der Breite des Tischblattes.


Diese Teile werden dann mit jeweils dreizehn Dübeln an die Stirnseiten geleimt. An den Füssen sind jeweils vier Dübel eingelassen. Die mittleren Dübel sitzen passgenau und werden verleimt. Für die äusseren Dübel habe ich die etwas weitere Einstellung an der Domino XL gewählt. So kann das Ganze noch arbeiten. Ich hoffe, das funktioniert…


Zwei Beine sind dran.

Dann gab es noch einen Rotwein!

Eichentisch Teil 2

Nachdem ich zwei Monate ausser Gefecht war (der Spaltkeil meiner Tischkreissäge hat seinem Namen alle Ehre gemacht – allerdings nicht wie vorgesehen, sondern an meiner Schädeldecke – war meine Nachlässigkeit) habe ich mich wieder sachte beginnend an die Arbeit gemacht.

Nach dem Hobeln habe ich Bretter für die drei Teile der Tischplatte gefügt und mit Flachdübeln verleimt.


   Die drei Teile habe ich auf die entsprechenden Maße formatiert und an den Enden Schwalbenschwänze angefräßt. Das ganze gestaltete sich ausgesprochen schwierig, da ich hochkant durch die Tischfräse musste und die Dinger irgendwie schon um die 40 kg wogen. Ich habe dann auf meinen Grathobel zurück gegriffen. Damit konnte ich zudem genauer arbeiten.


  
 Die entsprechenden Fräsungen in den Verbindungs- und Stirnbrettern habe ich mit der Oberfräse hergestellt.
 Nach dem Unfall an meiner Tischkreissäge hielt ich es für angebracht für grössere Arbeiten eine Kappsäge anzuschaffen. Dafür habe ich noch schnell ein Untergestell gebaut. Die KS 120 von Festool ist wirlich ein feines Ding!


 Zargen und Füsse habe ich auch mit 14er Flachdübeln verbunden. Darüber hinaus habe ich zur Verbesserung der Stabilität die Zargen etwas in die Füsse eingelassen.

 Die Platte habe ich an der Zarge mit Holzklauen befestigt. Dazu wurden Langlöcher mit der Domino XL gefräst.
 Die drei Platten habe ich mit den Querbrettern in der Mitte mit jeweils zwei längeren Eichendübel gegen seitliches Verrutschen gesichert. Der Tisch ist inzwischen so schwer, dass ich eine Unterkonstruktion für meinen Rollwagen bauen musste.

 Vor dem Ölen kam natürlich noch das Aushobeln, Kanten Brechen und Schleifen. Bei 35 Grad im Schatten eine Schweiss treibende Angelegenheit.

 Aber schön ist er geworden!

Jetzt bin ich schon dabei, den nächsten Tisch zu bauen. Eine Adaption des Gründerstils. Noch länger, noch breiter. Zarge und Füsse aus massiv Mahagoni. Aber das Tischblatt wird in furnierter Tischlerplatte gefertigt. Das wird dann auch nicht so viel Gewicht erzeugen.  Hoffe ich.

Dazu in einem weiteren Artikel mehr.