Vom Ebonisieren

Für ein nächstes Projekt im Biedermeierstil benötige ich halbe Säulen in Schwarz. Ebenholz wäre gut aber unbezahlbar.

In der Zeit des Biedermeier behälf man sich mit dem schwärzen von engporigem Holz wie Birne oder auch Ahorn. Ein befreundeter Tischlermeister empfahl mir Whiteholz. Er hatte noch eine Kantel zu liegen.

Ich habe die geteilt und mit einer Lage Papier zwischen den Leimschichten zusammen gefügt.

Dann kam das in die Drechselbank zwischen die Spitzen genau an der Leimfuge.

Ich habe schnell eine Form nach Nase gedreht.

Nach dem Färben und nochmaligem Schleifen war das dann grau.

Mit Klavierlack (schwarz gefärbter Schellack) habe ich dann einige Schichten aufgetragen.

Danach nochmal geschliffen, die Poren mit Bimsmehl geschlossen und weiter poliert.

Das ging erstaunlich gut und auch schnell. Bei den später herzustellenden Halbsäulen werde ich dem Trocknen mehr Zeit einräumen.

Mit einem grossen Messer habe ich die Säule dann gespalten.img_1239

Fertig!

Die späteren Säulen werden zwei Meter hoch. Meine Drechselbank bekommt etwas über einen Meter zwischen die Spitzen. Ich muss das dann aus zwei Teilen machen. Ich bin am Überlegen, ob ich dort wo die Hälften aneinander kommen einen halben Messingring einsetze. Den Stoss wird man sonst immer sehen. Vielleicht fällt mir oder jemend anderem noch etwas besseres ein. Die Säulen werden an einem Bücherschrank zwischen die einzelnen Schranksegmente vorgesetzt.

Und weil ich schon mal die Drechselbank frei geräumt habe wurde noch ein Fuss für ein abgebrochenes Weinglas, das schon seit Juli darauf wartet gedreht. Das ist ein Stück Pflaumenbaum. Ich trinke einen Rotwein auf den Sieg der Vernunft!

Advertisements

Meldung vom Lande

Hier war länger nichts zu lesen aus Ackermannshof das muss ich ändern.

Im angehenden Sommer waren meine Frau und ich auf Kreta um den Fünfzigsten eines Freundes zu feiern. Wir hatten die wahnwitzige Idee, dort mit der Fähre von Italien aus hin zu gelangen. Die Griechische Regierung musste gerade ein von den Gläubigern aufgenötigtes Reformprogramm durchs Parlament bringen und so streikte mal wieder alles, was Einfluss hat – also auch die Seeleute. Unser Italienaufenthalt wurde so etwas länger, der in Griechenland kürzer. Dazu kam der Stress mit den Umbuchungen etc. Man bringt dann 23 und 9 Stunden auf den etwas ranzigen Fähren zu. Würden wir wohl kaum wiederholen…IMG_6809

Griechenland selbst und Kreta waren sehr schön!IMG_6957

Suchbild: welche Fotos stammen aus Italien und welche aus Griechenland:

Auf der Rücktour besuchten wir das Brandenburger Haus in SüdTirol. http://www.dav-berlin.de/index.php/arbeitsgebiet-oetztal/brandenburger-haus

Weil noch zu viel Schnee lag, mussten wir mit dem Heli rauf und wieder runter.IMG_0971

Mit den Mannen und Frauen des Arbeitseinsatzes in der Woche drei haben wir eine knappe Woche an der neuen Küche gewerkelt. Die alte wurde im Herbst ausgebaut – in Österreich sind die Behörden noch strenger als bei uns, was das Einfordern mitunter abstruser Standards anbelangt. Eigentlich sollte alles aus Edelstahl und Fliesen sein. Die Sitzecke haben wir trotzdem aus Holz gemacht.

Zurück in Brandenburg habe ich an den besseren Tagen des Sommers eine Küche gebaut. Da war ich dann mal wieder mein eigener Lehrling. Das BlumHandbuch kenne ich jetzt ganz gut. Aber schön, wenn alles funktioniert!IMG_7146

Vor der Werkstatt habe ich eine Plane gespannt um nicht bei jedem Regentropfen alles rein räumen zu müssen.

Nun kommt der Herbst und ich mache mich an den nächsten Eichentisch. 80er Bohlen habe ich aufgeschnitten und auf den Holzboden geschafft. Ich denke, dass in die Holzfeuchte in den nächsten Tagen unter 10 % sinkt, dann arbeite ich weiter.

Zwischenzeitlich mal wieder eine kleine Fingerübung. Beim Küchenbau hatte ich ein sehr schön gemasertes Stück Eiche beiseite gelegt. Und an den Eichenbohlen waren interessante Fraßgänge von Larven zum Vorschein gekommen. Das habe ich mit einem Stück Nussbaum kombiniert.

Hier ein Video vom Einlegen

Nun kommt der HerbstIMG_7124

Allen einen schönen RestSommer!

Nach Dreischneuß kommt Vierschneuß

Von Zeit zu Zeit nehme ich mir ein kleines Schnitzprojekt vor. Irgendwer hat ja immer mal Geburtstag. So kann ich die nötige Fingerfertigkeit trainieren.

Am 3. Mai jährt sich der Tag der Bekanntschaft meines Schädels mit dem Spaltkeil meiner Tischkreissäge. Die Neurochirurgin hatte allerhand zu tun, den Spalt im Schädel mit Zement und Titanschrauben wieder zu schließen. Ich glaube, sie hat das richtig gut gemacht. Nun will ich mich bei ihr bedanken mit einer kleinen Schnitzstudie.

Ich habe gefallen gefunden an gotischem Maßwerk.  So habe ich schon mehrere Dreischneusse (falls das die Mehrzahl ist) geschnitzt.

image

Jetzt ging es also an das Entwerfen eines Vierschneuss. Bei den Dimensionen habe ich mich an den Maßen vorhandener Bohrer orientiert und den Rest aus dem Bauch gezeichnet. Ich hatte noch ein Reststück Eiche. Den Kern habe ich heraus geschnitten und wieder verleimt.

Vor dem Ölen gab Ammoniak eine schöne Färbung.

  

Geschenk für Tanzania

Heute kam ein Paket von einem Schreiner aus Eschweiler. Er hat in seiner Werkstatt herum geschaut und einige gut erhaltene Hobel identifiziert, die er nicht mehr im Gebrauch hat. So kam er auf die Idee, diese mir anzudienen, dass ich sie mit herunter an den Nyasa nehme. 

Herzlichen Dank im Namen von Ikombe!

  
Heute habe ich mein Rennrad bergtauglich gemacht (die Übersetzung angepasst). Ich will das Ding mitnehmen nach Kreta. Ein Freund feiert dort seinen fünfzigsten. 

Nachher fahre ich damit ins Nachbardorf um zu schauen, was der Herrgott (ok, es war die Mutter) in die Wiege gelegt hat. Es ist der kleine Tom. 

Hobel aus der Streuobstwiese

Mit Volker habe ich das Wochenende und die Werkstatt geteilt. In der Steuobstwiese wächst hier auch Birne und Pflaume. Daraus haben wir zwei Hobel gebaut.

Die Hobeleisen stammen von Gerd Fritsche.

Jetzt lassen wir die Bilder sprechen (nicht ganz chronologisch, bekomme ich auf dem iPad nicht hin):

 

Volker hat seine MoxxonVise (auch Bier aus Bayern und Wein aus Italien) mitgebracht

 

 

ein Block Pockholz wird für die Hobelsohle aufgetrennt

  

es nimmt Gestalt an

 

Abends wurde gegrillt und gequatscht (und ein wenig Rotwein getrunken)


  

Stolz und Freude

 

wie zwei Rennwagen

der große aus Birnbaum mit Pockholzsohle

der kleine in Pflaume mit Pockholzsohle

 

die Messer von Gerd Fritsche

 

und so funktioniert mein Handschmeichler: http://youtu.be/KUlEdJs8ip8

Ostern – Frühling – Wiege fertig

Ich habe es doch noch vor der Geburt geschafft! Ein wenig habe ich noch gefräst und geschnitzt, geschliffen und verleimt.
Man sieht das auf den Bildern.

   
    
    
    
 

Daneben habe ich einen Stuhl repariert. Irgend was aus dem Historismus. Filigran in Mahagonie gearbeitet. Daran haben offensichtlich mehrere herum gedoktert.

Soweit ich mich erinnere, habe ich das Teil einmal vom Gartendirektor von Sanssouci geschenkt bekommen. Ein hinteres Bein war mitten durch gebrochen. Das habe ich seinerzeit repariert. Aber nun war er wackelig und unbrauchbar. Mir fiel auf, dass unten zwischen den Beinen Querstreben fehlten. Ich gehe davon aus, dass diese diagonal angeordnet waren.

   
 
Ein paar Restleisten Mahagonie fielen mir beim Aufräumen der Werkstatt in die Hände. Es war nicht ganz leicht, die Dübel im Winkel einigermassen passfähig zu setzen, hat aber letztlich geklappt. Man staunt, wieviel Stabilität solche Leistchen einem Stuhl zusätzlich geben können! In der Lehne fehlt offensichtlich auch noch ein Kreuz. Das hab ich mir für die nächste Überarbeitung aufgespart. 

   

Wiege Teil eins

Ein paar Fotos kann ich hier schon zeigen.

Ich muss mich auch sputen, Der neue Erdenbürger wird in den nächsten Tagen erwartet.

Es soll ja gesund sein und die Entwicklung fördern wenn die Gehirnhälften immer etwas hin und her geschüttelt werden.

Das Teil wird aus Kiefer, die wir im Wald bei Trampe vor zwei Jahren geschlgen haben. Ich werde das recht massiv machen, das gibt Gewicht – dann steht das sicher ( oder schaukelt). 

Das Ganze ist einer Bauernwiege von vor zweihundert Jahren nachempfunden. In die gedrechselten Eckpfosten kommen noch Schlitze, dann wird das auf die Kufen aufgeschoben und verdübelt.

 

Alles kommt durch den Dickenhobel
  
für die Eckpfosten
  
Verleimte Rücken- und Vorderteile
  
Verbindung mit Dominos
    
   
Fortsetzung folgt