Meldung vom Lande

Hier war länger nichts zu lesen aus Ackermannshof das muss ich ändern.

Im angehenden Sommer waren meine Frau und ich auf Kreta um den Fünfzigsten eines Freundes zu feiern. Wir hatten die wahnwitzige Idee, dort mit der Fähre von Italien aus hin zu gelangen. Die Griechische Regierung musste gerade ein von den Gläubigern aufgenötigtes Reformprogramm durchs Parlament bringen und so streikte mal wieder alles, was Einfluss hat – also auch die Seeleute. Unser Italienaufenthalt wurde so etwas länger, der in Griechenland kürzer. Dazu kam der Stress mit den Umbuchungen etc. Man bringt dann 23 und 9 Stunden auf den etwas ranzigen Fähren zu. Würden wir wohl kaum wiederholen…IMG_6809

Griechenland selbst und Kreta waren sehr schön!IMG_6957

Suchbild: welche Fotos stammen aus Italien und welche aus Griechenland:

Auf der Rücktour besuchten wir das Brandenburger Haus in SüdTirol. http://www.dav-berlin.de/index.php/arbeitsgebiet-oetztal/brandenburger-haus

Weil noch zu viel Schnee lag, mussten wir mit dem Heli rauf und wieder runter.IMG_0971

Mit den Mannen und Frauen des Arbeitseinsatzes in der Woche drei haben wir eine knappe Woche an der neuen Küche gewerkelt. Die alte wurde im Herbst ausgebaut – in Österreich sind die Behörden noch strenger als bei uns, was das Einfordern mitunter abstruser Standards anbelangt. Eigentlich sollte alles aus Edelstahl und Fliesen sein. Die Sitzecke haben wir trotzdem aus Holz gemacht.

Zurück in Brandenburg habe ich an den besseren Tagen des Sommers eine Küche gebaut. Da war ich dann mal wieder mein eigener Lehrling. Das BlumHandbuch kenne ich jetzt ganz gut. Aber schön, wenn alles funktioniert!IMG_7146

Vor der Werkstatt habe ich eine Plane gespannt um nicht bei jedem Regentropfen alles rein räumen zu müssen.

Nun kommt der Herbst und ich mache mich an den nächsten Eichentisch. 80er Bohlen habe ich aufgeschnitten und auf den Holzboden geschafft. Ich denke, dass in die Holzfeuchte in den nächsten Tagen unter 10 % sinkt, dann arbeite ich weiter.

Zwischenzeitlich mal wieder eine kleine Fingerübung. Beim Küchenbau hatte ich ein sehr schön gemasertes Stück Eiche beiseite gelegt. Und an den Eichenbohlen waren interessante Fraßgänge von Larven zum Vorschein gekommen. Das habe ich mit einem Stück Nussbaum kombiniert.

Hier ein Video vom Einlegen

Nun kommt der HerbstIMG_7124

Allen einen schönen RestSommer!

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Geschenk für Tanzania

Heute kam ein Paket von einem Schreiner aus Eschweiler. Er hat in seiner Werkstatt herum geschaut und einige gut erhaltene Hobel identifiziert, die er nicht mehr im Gebrauch hat. So kam er auf die Idee, diese mir anzudienen, dass ich sie mit herunter an den Nyasa nehme. 

Herzlichen Dank im Namen von Ikombe!

  
Heute habe ich mein Rennrad bergtauglich gemacht (die Übersetzung angepasst). Ich will das Ding mitnehmen nach Kreta. Ein Freund feiert dort seinen fünfzigsten. 

Nachher fahre ich damit ins Nachbardorf um zu schauen, was der Herrgott (ok, es war die Mutter) in die Wiege gelegt hat. Es ist der kleine Tom. 

Ostern – Frühling – Wiege fertig

Ich habe es doch noch vor der Geburt geschafft! Ein wenig habe ich noch gefräst und geschnitzt, geschliffen und verleimt.
Man sieht das auf den Bildern.

   
    
    
    
 

Daneben habe ich einen Stuhl repariert. Irgend was aus dem Historismus. Filigran in Mahagonie gearbeitet. Daran haben offensichtlich mehrere herum gedoktert.

Soweit ich mich erinnere, habe ich das Teil einmal vom Gartendirektor von Sanssouci geschenkt bekommen. Ein hinteres Bein war mitten durch gebrochen. Das habe ich seinerzeit repariert. Aber nun war er wackelig und unbrauchbar. Mir fiel auf, dass unten zwischen den Beinen Querstreben fehlten. Ich gehe davon aus, dass diese diagonal angeordnet waren.

   
 
Ein paar Restleisten Mahagonie fielen mir beim Aufräumen der Werkstatt in die Hände. Es war nicht ganz leicht, die Dübel im Winkel einigermassen passfähig zu setzen, hat aber letztlich geklappt. Man staunt, wieviel Stabilität solche Leistchen einem Stuhl zusätzlich geben können! In der Lehne fehlt offensichtlich auch noch ein Kreuz. Das hab ich mir für die nächste Überarbeitung aufgespart. 

   

Wiege Teil eins

Ein paar Fotos kann ich hier schon zeigen.

Ich muss mich auch sputen, Der neue Erdenbürger wird in den nächsten Tagen erwartet.

Es soll ja gesund sein und die Entwicklung fördern wenn die Gehirnhälften immer etwas hin und her geschüttelt werden.

Das Teil wird aus Kiefer, die wir im Wald bei Trampe vor zwei Jahren geschlgen haben. Ich werde das recht massiv machen, das gibt Gewicht – dann steht das sicher ( oder schaukelt). 

Das Ganze ist einer Bauernwiege von vor zweihundert Jahren nachempfunden. In die gedrechselten Eckpfosten kommen noch Schlitze, dann wird das auf die Kufen aufgeschoben und verdübelt.

 

Alles kommt durch den Dickenhobel
  
für die Eckpfosten
  
Verleimte Rücken- und Vorderteile
  
Verbindung mit Dominos
    
   
Fortsetzung folgt

Verdeckte Gratleiste

 

die aufgeschnittene Gratleiste

 

Gratnut wird zuerst mit Nutfräser danach mit Zinkenfräser ausgearbeitet

 

 Dieses Thema kam heute in einem anderen blog auf. Ich hatte das Problem auch schon.

Beim Bau einer grösseren Tischplatte stand ich vor der Frage, wie ich diese vor dem Verwerfen (die einzelnen Bretter neigen zum Schüsseln) schützen kann. Die klassische Methode ist das einbringen von Gratleisten. In einer Gratnut liegt ein speziel bearbeitetes Brett, die Gratleiste. Dazu wird die Tischplatte an der Unterseite eingesägt und die Gratnut wird ausgehobelt. Oder wie hier maschinell.

Um die Gratleiste eintreiben zu können, benötigt man eine Öffnung. An einer Tischkante keine schöne Erscheinung.

Es gibt dafür industriell gefertigte Lösungen aus Alu mit Stahlkern. Leisten, die von Unten in eine nicht durchgefräste Nut eingelassen und verschraubt werden.

Zwei Nachteile hat das ganze: Ich vermeide, soweit es geht, Metallbauteile, Schrauben usw. Zum anderen ist das auch teuer!

Also Kopf angestrengt und Lösung gefunden: die geteilte Gratleiste. Im Ergebnis ist das eine Gratleiste, die der klassischen gleicht. Nur wird die Gratnut in diesem Fall auch nicht durchgefräst. Die Tischkanten bleiben unverletzt.

Alles weitere ist auf den Fotos zu erkennen.

Festtafel – Finale und drei Kreuze†††

Die letzten Tage kam der Sommer – zumindest am Tage – zurück. So bin ich nicht in die Scheune umgezogen, sondern habe vor der Werkstatt weiter gearbeitet. Zumindest hatte ich so eine Menge hin-und-her-rennerei vermieden.

Den Mittelfuss hatte ich fertig. Danach habe ich mich an die Schmuckelemente für die Zargen und die Ecken gemacht. Für die pyramidenförmigen Elemente habe ich den Frästisch schräg gestellt und mit einem Sägeblatt gearbeitet. Für die Stirnseiten musste eine Klemmvorrichtung gebaut werden.

Die Rosetten wurden auf der Drechselbank hergestellt.IMG_6173

Wichtig: mal eine richtige Pause machen!IMG_1748

Zwischendurch wollte ein Freund noch ein Bett aus Kirsche mit mir bauen. Das ist richtig schön geworden!

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Volker: so transportiere ich manchmal mein Holz…IMG_6191

Zurück zum Tisch: Die Zargen wurden auf 20mm abgesetzt und vorher mit der Domino Langlöcher gefräst für 14er Flachdübel. Das ist dann auch sehr stabil geworden – trotzdem biegt sich das auf die Länge des Tisches noch durch. Das Ding muss von sechs! Leuten bewegt werden. Hier ein paar Bilder von den Verleimschritten.

Zwei lange Schraubzwingen (2,5m) hatte ich bestellt, die sind aber immer noch irgendwo mit der Spedition unterwegs. Das sind zwei Korpuszwingen, die man auch zum Spreizen nutzen kann. Sehr hilfreich wenn mann das Gebilde nach der Probepassung wieder auseinander nehmen muss.

Also habe ich mir zwei lange Zwingen in einer Werkstatt geliehen und meine Rohrzwingen dazu genommen. Zum Demontieren half dann traditionell der große Gummihammer.

Jetzt wurde es knifflig. Die vier Teile des Tischblattes hatte ich in Folie eingeschlagen gelagert. Eins davon wog schon einiges 2,35 x 0,65 40 stark. Ich wollte alle vier an einem Tag verleimen, denn nun musste das Draußen übernachten. Verbunden wurden die Platten untereinander mit Flachdübeln. Beim zweiten Paar hatte ich einen kleinen Versatz produziert, ca 0,7mm. Sehr ärgerlich! Ich bin immer noch mit mir gram.

Natürlich wäre möglich gewesen, den Versatz weg zu sägen – hab mich aber nicht getraut: die Furnierkante war wirklich ganz sauber gesägt. Ob ich das mit meiner Tauchsäge hinbekommen hätte? Die Zeit saß mir im Nacken. Also weiter. Den Spalt habe ich mit einem Streifen Furnier gefüllt.

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Zum Abend war ich dann damit fertig. Die Platten hatte ich zur Lagerung zwar in eine Folie eingeschlagen, trotzdem ist wohl ein wenig Feuchtigkeit über die offenen Stirnseiten rein gekrochen (ich war wieder mal zu faul, die Teile in der Scheune zu lagern). So plan, wie ich sie empfangen hatte waren sie nicht mehr. Die Flachdübel haben das wieder ausgeglichen, ein paar Versätze waren aber nach dem Verleimen zu spüren. An einer Stelle bin ich auch beim Schleifen durchs Deckfurnier gekommen. Das Sperrfurnier darunter ist deutlich dunkler. Zweiter Ärger! Zum Glück nur einmal und so gross wie ein halber Fingernagel.

Vor einiger Zeit sollte ich mal eine Treppe bauen. Für den Handlauf kaufte ich seinerzeit spezielle Fräser für die Oberfräse. Das waren ein paar Hundert Euro. Das Projekt hat sich auf halber Treppe (haha) zerschlagen und seit dem Standen die Dinger ungenutzt in der Werkstatt. Jetzt kam einer davon zum Einsatz. Der Umleimer war nur grob vorgefräst und der vorhandene Radiusfräser passte exakt zu meinen Vorstellungen. Den Rest habe ich mit dem Einhandhobel angepasst.

Nach dem Schleifen wurde eine Suppe aus Tungöl, Balsamterpentin und Bienenwachs gekocht. Ein Schuss Zitrusterpentine hinzu, dass das nicht so stinkt.

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So richtig sieht man das nicht auf dem Foto. Morgens war die Plane auf dem Tisch klitschnass.

Mit der Suppe hab ich nach dem ersten Auftrag noch mal in Öl mit 320er Schleifgitter die Poren vom Mahagoni etwas geschlossen. Das Ding ist zwar filigran steht da aber wie ein Monolith. Ich freu mich nicht auf den Transport, aber auf den Tag, wo man ihn im neuen Zuhause stehen sieht. Ich glaube der passt da rein, als ob er da gebohren wurde. Ich zeige hier mal Details aus der Zimmerausstattung.

Und nun mach ich drei Kreuze†††

Die Dimension des Tisches sprengt um ein Vielfaches die Dimension meiner Werkstatt.IMG_6232

(den Deckel meines Objektives hab ich vergessen) Danach hab ich einen Schnaps getrunken. Zur Belohnung habe ich mir einen Lie Nielsen Nr4 in Bronze geschenkt!IMG_0513

Festtafel in Gründerzeitoptik aus Mahagoni (Fortsetzung)

Hier nun der Zwischenstand zum Mahagonitisch mit ein paar Bildern vom Arbeitsfortschritt.

Die konischen Teile der vier Eckbeine habe ich fertig gesägt, gehobelt und gefräst. Das Drechseln der unteren Teile ging flott von der Hand. Schwierig gestaltete sich das genaue Bohren der Löcher für die Dübel in den langen Teilen. Teilweise musste ich das noch mal zu dübeln und neu bohren, da das etwas zu schräg geraten war. Ich habe dazu die Ständerbohrmaschine auf die Hobelbank geklemmt und das Bohraggregat um 180 Grad geschwenkt. Die Teile konnte ich gut in der Hobelbank spannen. Vorher hatte ich das mit der Oberfräse versucht, die dreht aber zu schnell.

In die Oberteile habe ich Langlöcher gefräst und dann unter Zuhilfenahme der Schablone zwei Zentimeter tiefe Schlitze für die Aufnahme der Zargen hergestellt.

Für den Mittelfuss brauchte ich zwei Kanteln und ein geschweiftes Gestell, dass ich aus einem Restbrett Kiefer gebastelt habe. Zwischen die Kanteln habe ich zwei Zargen gesetzt und den geschweiften Fuss dazwischen platziert.

Jetzt muss ich einen geeigneten Platz finden um das Ganze aufzubauen. Es wird Herbst und gestern früh waren vor der Werkstatt 4 Grad Celsius! Ich befürchte, dass die Feuchtigkeit in die Stirnseiten der furnierten Platten zieht und dann Unheil anrichtet. Wenn ich die Zargen verleimt habe muss das Verleimen der vier Teile der Tischplatte schnell gehen. Dann ist das abgesperrt.

Danach beginnt Fummelarbeit mit dem Herstellen der Schmuckelemente für die Zargen und die sichtbaren Teile der Eck- und Mittelpfosten.

Davon mehr im finalen post.