Eingestemmte Treppe mit Setzstufen

Gemessen und gerechnet, wieder gemessen und gerechnet, noch mal nachgerechnet (DIN – gerecht) und dann das Holz beschafft. Für die Stufen 45er Buche, für die Wangen 65er märkische Kiefer.

Zugesägt, ausgehobelt und verleimt und dann ging es an die Winkel. Einmal falsch, alles falsch! Die Trittstufen wurden 20mm die Setzstufen 10mm in die Wangen eingestemmt (heute macht man das natürlich mit der Oberfräse und einer Schablone). Und immer hoffen, dass zum Schluss alles passt! Man kann ja nichts mal kurzer Hand an die Wand halten und schauen.

Die Handläufe sind auch aus Buche. Für das Treppenauge musste eine Absturzsicherung hergestellt werden. Früher sagte man dazu Geländer. Ein paar Pfosten dazu und alles mit Dominos verbunden. Die Staketen sind Kiefer Kantholz 30×30.

Dann der Moment des Einbaus… Es passt! Die Trittstufen sitzen in Presspassung. Alles macht einen soliden Eindruck.

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Rollenböcke

Bei einem Altmaschinenverwerter habe ich für kleines Geld zwei massive Umlenkrollen von einem Förderband bekommen.

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Ich wollte damit höhenverstellbare Rollenböcke bauen. Ein halbes Jahr haben die Rollen in der Ecke gelegen. Jetzt habe ich mich dran gemacht. Die Unterböcke haben drei Beine. Das macht das Ganze etwas instabiler, aber ich habe sowohl in der Werkstatt als auch davor nirgendwo einen planen Untergrund und drei Beine kippeln nicht.

Die Schlitze für die verstellbaren Oberteile habe ich gebohrt, grob ausgesägt und mit dem Schlichtfräser hergestellt. Als Klemmen dienen Maschinenschrauben M20 x 100.

Die Rollen sind herausnehmbar, an Stelle dessen können normale Holzauflagen genutzt werden.

Die Böcke kann ich von 60 cm bis 1,10 m in der Höhe verstellen. Unter anderem werden die mir als Arbeitshilfe an der Abrichte, Fräse und Tischkreissäge dienen.

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Brandenburger Haus

 

 

1998 war ich das erste mal dort. Eher ein Zufall. Manfred Stolpe hatte vor, das Haus zu besuchen und fragte mich, ob ich nicht mit hinauf wolle. Ein Jahr zuvor war ich allein mit dem Rad von Lhasa nach Kathmandu gefahren und so meinte er, die Berge würden mir liegen. Es waren wirklich schöne Tage zwischen Gletscher und Himmel und so habe ich mich in diesen Ort verliebt.

Erbaut wurde das Haus 1909 (erstaunlich aus heutiger Sicht!) von der Sektion Mark Brandenburg des Österreichisch-Deutschen Alpenvereins. Ein Verein mit strammerHaltung im Dritten Reich und deshalb durch alliiertem Befehl 1945 aufgelöst.

Heute betreut die Berliner Sektion des Deutschen Alpenvereins die Berghütte. Im Internet: DAV Seite und  hier gehts zum entsprechenden link der Berliner DAV-Sektion

Jedes Jahr kraxelt eine Truppe Freiwilliger hinauf um unter der Anleitung von Uwe und Uwe die nötigsten Arbeiten zu erledigen.

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Uwe (Drögi aus Kreuzberg) und Uwe (Pitzi aus dem Saarland)

In diesem Jahr sind wir von den Rofenhöfen (das liegt 50m über Vent) zum Hochjochhospiz spaziert und haben dort übernachtet. Mit 2415 Metern üMeer ein guter Ort zum Akklimatisieren.

Der Weg hoch zum und über den Gletscher ist für mich sehr beschwerlich (da ich einen großen Rucksack voll Wasser in Form von Übergewicht mit mir herum schleppe…). Aber auch dieses Mal geschafft; ich laufe eine Stunde früher los und die anderen haben mich am Gletscher ein.

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hinten links sieht man am Felsen das Brandenburger Haus

Ich bin zuständig für neue Flaggen. Jede Saison wird ein Brandenburger Adler vom Wind gefleddert.IMG_0221

Die Truppe hat die Siebsackanlage und die BioKlos (Fäkalien) geräumt, Ein Solarpanel auf dem Kupferdach getauscht, Fenster repariert und gestrichen, den Trockenraum umgebaut, allerhand an den Installationen geschraubt und verkabelt, die Satellitenverbindung fürs Internet aufgebaut und, und, und…

Eine Woche ist da schnell vorbei. Wir hoffen, dass die neue junge Wirtin Sophie mit dem Haus zurechtkommt und in der Öffnungszeit bis in den September hinein viele zufriedene Besucher hat!

Hier noch ein paar Eindrücke:

Abendsonne Kopie

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BiedermeierBibliothek fertig!

Die Teile des Kranzgesimses habe ich geschliffen, grundiert und mit Schellack poliert. Die Kirsche kommt hervorragend zur Geltung!

Den Abschluss bildet eine Leiste aus Kirsche die frontseitig mit Ebenholz furniert ist.

Die Gehrungen habe ich mit Flachdübeln versehen. An Stellen, die genug Futter hatten, habe ich die neuen 8mm-Festoolverbinder eingesetzt. Die gab es noch nicht zu kaufen, so dass ich gezwungen war, am Festoolstand auf der Holzhandwerk in Nürnberg ein paar in die Tasche rutschen zu lassen. Die Dinger funktionieren gut! Also: kauft Festool! Jetzt bin ich wieder quitt.

Das ganze Teil hab ich auf meinem Trailer mal zusammengesteckt, es dann aber doch lieber in zwei Stücken transportiert.

Nun ist es komplett. Mit dem Kranz gewinnt das Möbelstück noch mal erheblich.

Ich trinke heute Abend einen guten Rotwein!

Kurz vor Tore Schluss

Den rechten Flügel der Bibliothek habe ich inzwischen aufgebaut.

IMG_0021Jetzt fehlt oben noch das Kranzgesims. Dafür habe ich Kirsche verleimt und auf 230 x 50 ausgehobelt. Zusätzlich mit zwei Opferstücken aus Kiefer bin ich damit an einem Samstag zu einem Freund in seine Tischlerwerkstatt gefahren. Er hat eine Fräse mit schwenkbarer Spindel und eine vernünftige Formatkreissäge. Mit dem Fräsen des Profils habe wir schon einige Zeit verbracht, den grösseren Teil nahm aber das Experimentieren mit den Gehrungen ein. Wir habe uns in halben Gradschritten den endgültigen Schnittwinkeln genähert. Seine Frau rief alle 20 Minuten an, wo er denn bliebe. Ich hoffe, das hat keine Ehekrise ausgelöst!

Zurück in meiner Werkstatt habe ich mir zuerst einen Hobel mit balliger Sohle gebaut. Die Frässpuren hätte ich durch Schleifen nicht weg bekommen.

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Der Hobel funktioniert gut, kleinere Marken habe ich mit der Ziehklinge weg bekommen.  Hier der Hobel in Aktion: https://youtu.be/KHGjv0KtmqU

Zur Herstellung der verschiedenen Schleifklötze musste ein Yogablock aus Kork herhalten.

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Nach dem Fräsen haben sich die Profile nach Innen gebogen. Ich habe dagegen ca. alle 40 cm einen Stollen auf die Rückseite geleimt.

IMG_1350Geölt habe ich mit Tungöl, jetzt kommt eine Schellackpolitur drauf. Über dieses Profil kommt noch ein Abschluss aus einer Leiste aus Kirsche, die vorn mit Ebenholz furniert wird. Beim nächsten Mal gibt es ein Abschlussbild.

Frohe Ostern!

Das Ende naht!

Die Werkstatt quoll über.

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Drei Segmente habe ich in der Werkstatt verleimt. Alle restlichen Teile waren so vorbereitet, dass sie vor Ort zusammengebaut werden konnten.

 

Jetzt fehlen noch vier Segmente auf der rechten Seite und der Fries. Verleimt habe ich die Kirsche bereits, die Fräsarbeiten mache ich aber in der Werkstatt eines Freundes. Der hat eine Fräse mit schwenkbarer Spindel. Das bekomme ich mit meinen Mitteln nicht hin. Kompliziert werden auch die Gehrungsschnitte. Der Fries muss neben den 22,5 Grad und 45 Grad Gehrungen auch noch nach vorn Kippen. Das ist höhere Mathematik, die entsprechenden Winkel zu berechnen.

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Die letzten Segmente sind in der Mache.

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wünscht mir Glück!

Von Aufrißbrettern, Hilfsvorrichtungen und Serienfehlern

manchmal läuft es gut und manchmal beißt man sich in den Arsch

In Berlin streiten die Aspiranten auf die GroKo um die Wette. Sollte die nicht zu Stande kommen, wäre es das Ende von Angie als Kanzlerin. Für die SPD eigentlich verlockend. Aber man weiss: oftmals kommt man vom Regen in die Jauche… Beschissene Situation in die sich die SPD manövriert hat! Obwohl nur 50 km entfernt ist das aber weit weg. Hier regnet es mal wieder und man denkt, das bleibt jetzt bis April so.

Für die Seitenteile der Bibliothek habe ich mir ein Aufrißbrett gemacht um Mess- oder Ablesefehler zu vermeiden. Damit habe ich die Position für die Lamellos angezeichnet und gefräßt. Das ging gut. Auf der anderen Seite habe ich die Positionen für die Zwischenbretter markiert, angezeichnet und mit der Schablone von Lamello die Bohrlöcher markiert. Das lief auch gut. Und ich war richtig froh, wie das lief. Iregendwann rechnete ich im Kopf aus wieviele Löcher ich überhaupf bohren muss. Pro Seite 24. Ich liess meinen Blick über so eine Seite schweifen, wurde unsicher und zählte nach… Scheisse! nur Zwanzig! Irgendwann hatte ich das Anrissbrett gedreht und munter weiter gebohrt.

Es folgte ein sehr lauter Schrei!

Meine Frau kam herbei gelaufen und fürchtete, sie würde mich wieder mit einem Spaltkeil im Kopf antreffen.

Ich hatte 200 Löcher falsch gebohrt! Das brauchte erst mal einen Schnaps. Und dann noch einen.

Hin und her überlegt. Andere Teilung? oder wie? oder was? Es blieb mir nichts übrig: ich habe 200 Querholzdübel aus Kirsche angefertigt, eingeleimt, plan gefräst. Die letzten Hundertstel dann mit dem Blockhobel weg genommen.

Danach (also sehr spät!) habe ich die richtige Seite des Aufrißbrettes deutlich markiert und die restlichen Teile fertig gebohrt.

Nun wollte ich vier von den Halbsäulen siehe auch hier für die 45 Grad Ecken vorbereiten. Seit einigen Tagen denke ich darüber nach, wie man das am besten hin bekommt. Ich habe keine Säge mit schwenkbarem Aggregat. Bei meiner Frommia-Tischsäge muss ich den Tisch kippen. Und bei 45 Grad ist das kein vernünftiges Arbeiten mehr.

Also habe ich eine Spannvorrichtung für die Tischfräse gebaut. Die nötigen Dimensionen habe ich auf Millimeterpapier ermittelt. Mein Bruder hat mir meinen schwenkbaren Fasenfräser repariert (Danke!) und mit dem wollte ich das in Angriff nehmen. Ich musste nur die Schneidtiefe genau justieren und konnte die Frässpindel bei jedem Durchgang 2mm nach Oben fahren. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.