Ein Detail

Ich hänge an der Bibliothek fest! Sehr komplex und damit auch kompliziert und dann noch die beengten Platzverhältnisse… Nun ja: selbst gewähltes Schicksal. Auf jeden Fall gehts mir besser als Donald Trump – glaube ich zumindest. Heute hat ja der ehmalige FBI-Chef vorm Geheimdienstausschuss ausgesagt und Trump schwer belastet. Aber vielleicht stört es Trump ja auch gar nicht – er glaubt ja, dass Gott ihn geschickt hat. Sein Stab ist am Durchdrehen. Wie werden die USA-Bürger diesen verlogenen, egomanischen und umso gefährlichen Volltrottel wieder los? Ich habe nicht geglaubt dass die Amis diesen Menschen wählen, deshalb glaube ich mir momentan selbst nicht, sonst würde ich sagen, dass er die vier Jahre nicht übersteht. Ein schönes Bild wäre, wenn Franziskus ihm im Knast die Füsse wäscht.

Während das den ganzen Tag als Meldung aus dem Radio kam habe ich kleine Ebenholz-Schlüsselschilder in zwei Schubkästen eingelassen. Die Vertiefung zum Einlassen der Schlösser (Schlosstasche) konnte ich mit der DominoXL herstellen.

Man muss die Konturen des Schildes sehr genau mit passenden Schnitzeisen in das Holz stechen und sich von innen vorsichtig heran arbeiten.


Für meinen Drehmel hab ich mit vor einiger Zeit einen Satz von Microfräsern aus China schicken lassen. Davon kam heut einer zum Einsatz. Von Veritas hab ich mir eine kleine Führung für den Dremel gekauft und heute das erste mal ausprobiert. Das klappte hervorragend! Mit einer Microschraube kann man die Frästiefe sehr genau justieren. Das ist insofern besonders wichtig, da zwischen Aussenseite und der Schlosstasche nur wenige Milimeter „Fleisch“, also Holz verbleiben.


Nach dem Einleimen und trocknen kamm der Hobel zum Einsatz. Man muss auch hier aufpassen, Ebenholz ist spröde und brichte leicht aus. Anderes Problem: die schwarzen Späne kann man zwischen Hobel und Werkstück zerreiben und regelrecht in die Poren der hellen Kirsche schmieren. Beim zweiten Schub habe ich das vorher noch mal frisch geölt und zwischendurch mehrfach weggewischt.


Morgen mach ich mich an die Türen – gleiches Prozedere. Hoffentlich bessere Nachrichten. Sonst lege ich eine CD ein. Habe mir die Philli ’76 gekauft. Ein sehr schönes Livekonzert von/mit Frank Zappa! Einer der besseren Amerikaner!

Fadenintarsie

Wie bekomme ich mit einfachen Mitteln eine Fadenintarsie aus Ebenholzfurnier in massive Kirsche?

Ich benötige neun Sockel für vorgestellte Säulen einer Bibliothek.

Für die Fadenintarsie habe ich die Nut mit einem Streichmass von Veritas markiert. Mit dem 3mm Stechbeitel wollte ich die Nut fertig stellen. Das gelang mir nicht zufriedenstellend, da man nur einen halben Millimeter tief – und das gleichmässig – ins Vollholz darf. Deshalb habe ich mir nach Inspiration von Paul Sellers einen Grundhobel (Poor man’s router – It works! – Paul Sellers‘ Blog) selbst gebaut. Damit ging es dann wesentlich besser.

Die Streifen aus MakassarEbenholz konnte ich genau auf einem Anschlagbrett mit dem Ministreichmaß von Crown fabrizieren.

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Auf Länge schneiden, Einleimen, Hobeln, Schleifen, Ölen und dann Schellack drauf.

Von rechts nach links vom Rohling, nach dem Leimen, geschliffen , geölt und mit Schellack grundiert. Die Teile werden noch auf Hochglanz poliert.

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So konnte ich das jetzt ein wenig üben. Für die Unterschränke  werde ich die Stollen (Senkrechte sichtbare Bretter zwischen den einzelnen Segmenten) ebenfalls mit diesen Intarsien versehen.

 

Schwarzmalerei

Es ist Winter und ich arbeite in der Werkstatt an einer Bibliothek im Biedermeierstil.

Momentan drechsele ich Teile für Halbsäulen die zwischen die Segmente der Regale aufgesetzt werden. Diese Halbsäulen erhalten eine Oberfläche die ebenholzartig werden soll. Das ist ein langwieriges Verfahren.

Dazu habe ich Bohlen aus Whitewood bei Furnier-Lehmann in Berlin gekauft, zugeschnitten und ausgehobelt. Da ich halbe Säulen benötige habe ich zwei Bohlen miteinander verleimt und dazwischen Papier gelegt. An dieser Stelle lassen sich die fertig gedrechselten und polierten Säulen später ohne großen Aufwand auftrennen.

 

Ich benötige neun halbe Säulen, die aus je zwei Teilen bestehen.

Nach dem Drechseln und Schleifen trage ich eine Grundierung aus Schellack, schwarzen Pigmenten und Bimsmehl auf. Das wird dann noch mal fein geschliffen, danach beginnt der Aufbau der Politur. Viele hundert Schichten Klavierlack trage ich mit einem getränkten Ballen auf, dazwischen schleife ich von Zeit zu Zeit mit Bimsmehl und der Handfläche.

 

Mit einem schmalen Messer kann ich die langen Teile dann vorsichtig auftrennen.

Ich hab das in einem Video zusammen gefasst:

Demnächst werde ich ein kleines Vordach vor meiner Werkstatt errichten. Für die Bibliothek muss ich wieder auch im Freien arbeiten. Der Bullerjan in der Werkstatt hat momentan gut zu tun. Ich hoffe, dass der März schön wird!

„einfach“ oder „genial einfach“

Volker hat wieder einen Hobel gebaut. Ein GEILES Teil!!

Auf dem Holzweg unterwegs

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Etwas wegzulassen ist meist schwieriger, als etwas dazu zu geben.
Ich kämpfe beharrlich mit diesem „Gesetz“… und mit mir, dass ich es beherzige.
Egal, beim Schreinern oder Blogschreiben:
Einfach schlägt komplex beziehungsweise weniger ist oft mehr.

Wo sind aber die Grenzen dieser spartanischen Betrachtungsweise?
Einen Hobel kann man fokussiert herstellen. Rein für seine Aufgabe vorbereitet. Abgerichtete Sohle, scharfes Hobelmesser – das reicht um Holz zu bearbeiten.
(Man vergebe mir diese vereinfachte Darstellung.)

Auch ein Schluck Wasser und etwas Brot reichen. Dieses Mahl ist einfach.
Kombiniere ich den Schluck Wasser und das Brot mit einem Glas Rotwein und einem Stück Käse, wird aus dem einfach ein genial einfach.
Ich werde quasi satt und meine Sinne tanzen Polka.

Hier der fertiggestellte Hobel.

Die Raubank hat eine abgerichtete Sohle und ein scharfes Messer. Die beiden Eigenschaften sättigen mich.
Der Rest, ist für die Polka zuständig.

Genial einfach!

Noch ein paar Angaben zum Bau:

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Die Panzersperre Teil 2

Das Verleimen der Seitenteile mit den Beinen ging leichter als befürchtet. Ich habe aber auch jeden der jeweils 13 Flachdübel auf genaue Passung gebracht.

Danach habe ich die Tischplatte abgerichtet und die Kanten gebrochen. Geschliffen wurde mit 180er und 320er Korn. Glatt wie ein KinderPopo.


Der erste Auftrag Öl war verdünntes Tungöl.

Der letzten Schicht habe ich dann Bienenwachs und Carnaubawachs bei gemischt. Dann kann auch mal ein Glas Rotwein umkippen. (Besser ist, man trinkt es aus!)


Und zum Schluss noch ein paar Details.

Die Panzersperre

Es geht weiter am nächsten Eichentisch. Als ein Bekannter einen Blick auf die Füsse des Tisches während des Verleimens warf, fuhr es aus ihm heraus: „Was wird denn das schon wieder für eine Panzersperre?!“. Offensichtlich hab ich mich auf den Bau von Monstermöbeln spezialisiert…

Das Holz hatte sich beim Ablagern stark geworfen (offensichtlich auch nicht sorgsam gestapelt) und so musste ich die Lamellen für das Tischblatt von 80 auf 65 runter hobeln. Das war schweisstreibend, denn der Sommer kam mit Macht zurück.

Je zwei Lamellen habe ich mit 14er Flachdübeln verbunden. Zum Verleimen der so entstandenen drei breiteren Lamellen brauchte ich schon Hilfe, ging im weiteren Verlauf problemlos. Man muss dabei darauf achten, das die Flachdübel im leimlosen Zustand nicht zu fest sitzen – man hat nur einen Versuch. Sonst hilft nur noch die Säge und der Jähzorn lässt die Hammer durch die Gegend fliegen. Bei den ersten Lamellen musste ich eine Vielzahl von Zwingen ansetzen und mit dem grossen Hammer nachhelfen. Danach habe ich jeden einzelnen Flachdübel in einem Pobestück mit Langloch gecheckt.


Die Hirnholz“leiste“ habe ich ebenfalls mit 14er Flachdübeln an die Füsse geleimt, genau in der Breite des Tischblattes.


Diese Teile werden dann mit jeweils dreizehn Dübeln an die Stirnseiten geleimt. An den Füssen sind jeweils vier Dübel eingelassen. Die mittleren Dübel sitzen passgenau und werden verleimt. Für die äusseren Dübel habe ich die etwas weitere Einstellung an der Domino XL gewählt. So kann das Ganze noch arbeiten. Ich hoffe, das funktioniert…


Zwei Beine sind dran.

Dann gab es noch einen Rotwein!

Vom Ebonisieren

Für ein nächstes Projekt im Biedermeierstil benötige ich halbe Säulen in Schwarz. Ebenholz wäre gut aber unbezahlbar.

In der Zeit des Biedermeier behälf man sich mit dem schwärzen von engporigem Holz wie Birne oder auch Ahorn. Ein befreundeter Tischlermeister empfahl mir Whiteholz. Er hatte noch eine Kantel zu liegen.

Ich habe die geteilt und mit einer Lage Papier zwischen den Leimschichten zusammen gefügt.

Dann kam das in die Drechselbank zwischen die Spitzen genau an der Leimfuge.

Ich habe schnell eine Form nach Nase gedreht.

Nach dem Färben und nochmaligem Schleifen war das dann grau.

Mit Klavierlack (schwarz gefärbter Schellack) habe ich dann einige Schichten aufgetragen.

Danach nochmal geschliffen, die Poren mit Bimsmehl geschlossen und weiter poliert.

Das ging erstaunlich gut und auch schnell. Bei den später herzustellenden Halbsäulen werde ich dem Trocknen mehr Zeit einräumen.

Mit einem grossen Messer habe ich die Säule dann gespalten.img_1239

Fertig!

Die späteren Säulen werden zwei Meter hoch. Meine Drechselbank bekommt etwas über einen Meter zwischen die Spitzen. Ich muss das dann aus zwei Teilen machen. Ich bin am Überlegen, ob ich dort wo die Hälften aneinander kommen einen halben Messingring einsetze. Den Stoss wird man sonst immer sehen. Vielleicht fällt mir oder jemend anderem noch etwas besseres ein. Die Säulen werden an einem Bücherschrank zwischen die einzelnen Schranksegmente vorgesetzt.

Und weil ich schon mal die Drechselbank frei geräumt habe wurde noch ein Fuss für ein abgebrochenes Weinglas, das schon seit Juli darauf wartet gedreht. Das ist ein Stück Pflaumenbaum. Ich trinke einen Rotwein auf den Sieg der Vernunft!